Es gibt etwa 300 Weiden-Arten in Europa, vom Strauch bis zum stattlichen Baum. Die Zweige sind wegen ihrer Biegsamkeit bei den Korbflechtern beliebt. Schon Hippokrates schätzte die Wirkung der Silberweide als schmerzlindernd. Heute weiss man, dass in der zweijährigen Rinde Salicin enthalten ist, das im Körper zu Salicylsäure oxydiert. Salicylsäure ist ein Grundstoff von Schmerzmitteln, wie Aspirin, das früher u.a. aus Silberweide gewonnen wurde. 1838 gelang es Professor Piria in Pisa und Turin Salycilsäure rein herzustellen. Seit 1897 wird sie synthetisch produziert und ist seither aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. Zusammen mit anderen Wirkstoffen wie Populin, Gerbstoff, Triandrin, Vimalin und Flavonide ist Silberweide fiebersenkend, antirheumatisch, entzündungshemmend, schmerzstillend, harnsäureausscheidend und antibakteriell. Die Silberweide war eine der ersten Pflanzen, die wissenschaftlich untersucht wurde. Sie wird bei Rheuma und Arthritis eingesetzt, senkt Fieber, lindert Neuralgien, Kopfschmerzen, Kolliken und allgemeine Schmerzen. Obige Indikationen könnten also noch erweitert werden. Bei Migräne kombiniert man am besten mit Mutterkraut, im Wechsel mit Mädesüss (siehe Wiesenkönigin).
Ein wenig Geschichte: 1827 isolierte Leroux, ein französischer Apotheker, aus der Rinde einer Weidenart, lat. Salix purpurea, Salicin, das mit der Salicilsäure der Wiesenkönigin verwandt ist. Im 19.Jahrhundert wurde folglich aus verschiedenen Pflanzen Salicilsäure gewonnen und gegen Krankheiten wie Neuralgien, Ischias, allgemeine Schmerzen und gegen Krankheiten des rheumatischen Formenkreises eingesetzt. Bei Überdosierungen dieses extrahierten Wirkstoffes stellte man aber Irritationen im Verdauungstrakt fest.. "Bayer" lancierte im Jahre 1889 eine grosse Werbekampagnie für ein Medikament unter dem Namen Aspirin (A - wie acetil, spirin - wie spirea). Am 10. Oktober 1897 wurde erstmals im Auftrag von "Bayer" Acetil-Salicilsäue synthetisch hergestellt. Jetzt konnte das Medikament den Siegeszug um die Welt antreten ...
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Wichtig ist es zu verstehen, dass pflanzliche Mittel nicht immer harmlos und ohne Risiken verbunden sind. Wird zuviel der an sich richtigen Heilpflanze eingenommen oder falsch angewendet, kann durchaus eine schädliche Wirkung herbei geführt werden.
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Literaturnachweis: naturheilkunde - kurz und bündig / Verlag: www.sanat.tv / ISBN 3-9521098-4-3
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